DIE ALTERNATIVE ZU HALON 1301

 

ALLGEMEINE EIGENSCHAFTEN

   Das NAF SIII erhielt im Standard 2001 der National Fire Protection Association (NFPA) und in der Liste der Alternativgase zu Halon 1301, die für die von der U.S. Environmental Protection Agency (EPA) abgedeckten Gebiete zugelassen wurden, den HCFC Blend A.

   NAF SIII ist das einzige Löschmittel für die abgedeckten Gebiete, das die Nutzung von für Halon 1301 geplante Anlagen ermöglicht, ohne die Leitungen zu wechseln. In 80% der Fälle ist außerdem kein Zusatz von Flaschen erforderlich. Die für Halon 1301 geplante Anlage erfordert normalerweise lediglich die Auswechslung der Ausgabedüsen.

   NAF SIII besteht aus einer Mischung von halogenierten Kohlenwasserstoffverbindungen und aus einem entgiftenden Zusatz, der die Menge der Zersetzungsprodukte, die sich beim Brand bilden, deutlich verringert. Das NAF SIII ist schon in industrieller Menge verfügbar.

VERWENDUNG

   Das NAF SIII wurde als Ersatz für Halon 1301 entwickelt. Es wirkt für Brände der Klasse A, B und C, wie von der NFPA definiert.

   Obwohl jedes spezifische Risiko durch den Planer der Brandschutzanlagen aufmerksam bewertet werden muss, eignet sich das NAF SIII besonders in folgenden Fällen:

  • wenn ein nicht elektrisch leitendes Löschmittel verwendet werden muss; wenn ein Löschmittel eingesetzt werden muss, dass nach der Leerung der Anlage keine Rückstände hinterlässt;
  • wenn aus Platz- und /oder Gewichtsgründen vom Einsatz eines anderen Löschmittels abgeraten wird;
  • wenn die physikalischen Eigenschaften eines anderen Löschmittels Probleme bei der korrekten Verteilung des Produkts in das geschützte Ambiente verursachen würden (z. B. Siedepunkt).

   Die Underwriters' Laboratories in Kanada haben den Einsatz von NAF SIII bei einer Konzentration von 8,6% zugelassen; dabei haben sie sich auf den ULC 1058 Standard bezogen.

   Für Anlagen, die NAF SIII einsetzen, liegt eine Software vor, die neben der Planung von neuen Anlagen auch die Bemessung der Ausgabedüsen schon funktionierender Halon 1301 Anlagen ermöglicht.

   
Das NAF SIII wurde von zahlreichen Behörden und Labors zugelassen: Es gibt eine aktualisierte Liste dieser Unterlagen sowie eine Liste der jeweiligen Referenzen für die Anlagen, die schon NAF SIII als Löschmittel nutzen.

EINWIRKUNGEN AUF DIE UMWELT

   Im Gegensatz zu Halon 1301 enthält das NAF SIII kein Brom. Es ist auf Grund des Broms, dass Halon so schädigend auf die Ozonschicht wirkt. Die HCFC, Komponenten des NAF SIII, sind halogenierte Kohlenwasserstoffverbindungen, in denen die Chlor- und Fluoratome teilweise mit Wasserstoff ersetzt wurden.

  Die Präsenz von Wasserstoff macht es möglich, dass sich die HCFC in der niedrigen Atmosphäre natürlich abbauen und die Auswirkung auf das Ozon verringern.

  Besagte Eigenschaft macht die HCFC viel weniger schädigend als andere Produkte der gleichen Produktreihe (FCKW, HFC, PFC und Halon), auch in Bezug auf den Treibhauseffekt.

  Das NAF SIII besitzt einen Wert zur potentiellen Verringerung von Ozon (ODP) von 0,04 - 400 mal geringer als der von Halon 13010, wie vom New Mexico Engineering Research Institute bestätigt wird.

Treibhauseffekt-Index (GWP) von 0,1. Sein Leben in der Atmosphäre (ALT) beträgt nur 7 Jahre.

   Diese Werte sind weniger hoch als die anderer Löschmittel, die das Halon 1301 ersetzen und zur gleichen Produktreihe gehören (HFC und PFC).

TOXIZITÄT

  NAF SIII ist ein sicheres Löschmittel für Bereiche, in denen sich der Mensch aufhält, wie die Untersuchungen unabhängiger Labors beweisen haben.

  Die akute Toxizität des Produkts (LC50) für 15 Min. beträgt 640.000 ppm, was einer Konzentration von 64% entspricht; ein sehr viel höherer Wert als die Konzentration des Projekts (8,6).

  In Bezug auf die Herzsensibilisierung liegt der LOAEL (Lowest Observed Adverse Effect Level) über 10%. Auch in diesem Falle liegt der Wert deutlich über der für die Löschung erforderten Konzentration (8,6).

  Wie das Halon 1301 setzt auch NAF SIII beim Kontakt mit der Flamme Zersetzungserzeugnisse aus. Dennoch ist das NAF SIII dank eines entgiftenden Zusatzes in der Lage, die Menge dieser Produkte drastisch zu verringern, wie der Bericht "Testing of Extinguishing Capabilities, Toxicity and Determination of Physical Properties of NAF SIII" der British Columbia Research Corporation bestätigt.



KOSTEN UND ANWENDUNGEN

  Das NAF SIII ist im Vergleich zum Halon 1301 ein "Drop-in" Löschmittel: Sein Einsatz in für Halon 1301 entwickelten Brandschutzsystemen erfordert keine wesentlichen Umbauten.

  Bei Anforderung von nur 9% mehr Gewicht im Vergleich zu Halon 1301 (360 Gramm pro Kubikmeter gegenüber 331 Gramm bei Halon 1301 bei einer Temperatur von 20°) kann das NAF SIII in den 10 Sekunden ausgegeben werden, die vom NFPA 2001 Standard vorgesehenen sind; dabei werden die gleichen Leitungen der existierenden Anlage verwendet.

  Nur die Ausgabedüsen müssen gemäß den Angaben der von der ULC zugelassenen Planungssoftware ausgewechselt werden.

  Diese Eigenschaft des NAF SIII, auch bei Anlagen neuer Art, ermöglicht die Verwendung einer geringeren Produktmenge im Vergleich zu anderen Alternativen; so wird eine wirtschaftlich vorteilhafte Lösung garantiert, nicht nur im Hinblick auf die Kosten des Produkts, sondern auch wegen der geringeren notwendigen Menge.

      

        

Eigenschaften

NAF SIII

HALON 1301

     
  Molekulargewicht 92,90 148,95
  Siedepunkt bei 1 atm.(°C) -38,30 -57,80
  Kritische Temperatur (°C) 125 67
  Kritischer Druck (bar) 66,50 39,6
  Kritische Dichte (kg./m3) 580 745
  Dampfspannung bei 20°C (bar) 8,14 14,5
  Flüssigkeitsdichte bei 25 °C (g/ml) 1,20 1,57
  Spezifische Wärme der Flüssigkeit bei 25°C J/(kg°C) 1.250 910
  Verdampfungswärme am Siedepunkt (kJ/kg) 227 120,90
  Viskosität der Flüssigkeit bei 25 °C (centipoise) 0,21 0,16
  Der Löschung entsprechendes Gewicht (n-heptane) 1.09 1
  Wasserlöslichkeit bei 25 °C (% in Gewicht) 0,08 0,03
  Physikalischer Zustand Flüssigkeit/Dampf Flüssigkeit /Dampf Liquido/vapore Liquido/vapore
  Gefrierpunkt (°C) < -107 -168